Training

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28.10.2024

All in – die Vielfalt machts

All in – die Vielfalt machts

Training, Therapie, Firmenfitness und Wellness

Das V-itness im Landkreis München bietet Kunden eine ungeahnte Bandbreite, wobei die Größe von außen eher unscheinbar ist. Das Äußere ist für die beiden Geschäftsführer Markus Decker und Georg Pickl nicht das Ausschlaggebende, sondern der persönliche Kontakt zu den Kunden. Die persönliche Kundenbeziehung wird im V-itness großgeschrieben.

Neben dem Trainingsbereich mit den verschiedensten Geräten der unterschiedlichsten namhaften Hersteller ist Georg Pickl vor allem auf den Kurs-Bereich stolz, der erst kürzlich wieder mit einer neuen Musik- und Lichtanlage ausgestattet wurde. Hier werden künftig auch einige High Intensity Kurse (HIIT) und funktionelle Kurse neu integriert und dementsprechend das Equipment weiter aufgerüstet werden. Hier findet sich unter anderem ein Airbike, das aussieht wie ein Zusammenbau von Crosstrainer und einem Heimtrainer mit einem Windrad, das in das Vorderrad eingebaut worden ist.

Funktionelles Training neu belebt

Arme und Beine werden benötigt, um das Rad in Bewegung zu bringen, beide Extremitäten werden entsprechend hochintensiv beansprucht. „Das ist sehr anstrengend, aber viele Kunden lieben es“, so Pickl. Es wird im Kursangebot „Funktionelles Training“ in das Zirkeltraining ein - gebunden wie das Wasserrudergerät, Ropes, TRX-Bänder und weitere Utensilien. Funktionell wird eben der ganze Körper beansprucht und nicht nur die einzelnen Muskelpartien wie oftmals im klassischen Krafttraining. Auf den 100 qm des Kursbereichs trainieren ca. 15 – 20 Teilnehmer.

Kundenbindung wird großgeschrieben

2020 haben Georg Pickl und Markus Decker das Studio in Feldkirchen, eine Ortschaft im Landkreis München, übernommen. Der Ort liegt im östlichen Speckgürtel der bayerischen Hauptstadt in unmittelbarer Messenähe. Das Stammhaus von V-itness mit 1.300 qm liegt in Poing, im Nachbarlandkreis Ebersberg. Die ersten beiden Jahre nach dem Kauf der Einrichtung in Feldkirchen mit 1.000 qm waren nicht leicht, denn sie hatten gerade einmal für vier Wochen geöffnet, da fiel die politische Entscheidung ein zweites Mal pandemiebedingt alle Fitness-Studios zu schließen. Eine persönliche Bindung zu den Kunden, die Georg Pickl so wichtig ist, konnte sich noch nicht einstellen.

Doch heute blicken die beiden Inhaber auf gute Geschäftszahlen und die Mitgliederzahlen steigen weiterhin an. Von 2023 bis 2024 konnten sie einen Zuwachs von über 10 % verzeichnen. Derzeit beläuft sich die Gesamtzahl der Mitglieder in Feldkirchen auf ca. 800 Mitglieder und in Poing auf 1.500 Mitglieder – jeweils ohne externe Aggregatoren. Generell hat sich der Kauf des Studios gerechnet. Denn bevor ein Konkurrent das damals schon bestehende Studio kauft, haben sich die Poinger dazu entschlossen. Synergien im Personalbereich können so auch gut genutzt werden, die beiden Studios liegen nur ca. 7 km voneinander entfernt. So können sie das Einzugsgebiet der unmittelbaren Nachbargemeinden bedienen, die Mitgliederstatistik legt Zeugnis darüber ab: Die Kernzielgruppe kommt ausschließlich aus den angrenzenden Nachbarorten. Pickl, der seinen Master in Prävention und Gesundheitsmanagement mit Schwerpunkt Finanzen und Controlling vor 10 Jahren absolvierte, lässt gern die Zahlen sprechen.

Wenig Personalaufwand für Firmenfitness

So auch im Bereich Firmenfitness. Hier arbeitet V-itness mit Wellhub und mit Wellpass als Partner des Herstellers Egym zusammen. Sie generieren 11 % ihres Umsatzes aus dieser Kooperation. So erreichen sie eine Klientel, die sie bisher nicht erreicht haben. Ausschlaggebend für die hinzugekommenen Kunden ist für Fitnessökonom Pickl der Preis. Arbeitnehmer, deren Unternehmen die Wellhub- oder Wellpass-App zur Verfügung stellen, zahlen für die Nutzung meist nur 20 – 30 Euro – kein Vergleich zu einer regulären Mitgliedschaft in einem Fitness-Studio. Allerdings erhalten die Wellpass-Trainierenden auch weder ein Starterpaket, mit Check-up und individuell abgestimmten Trainingsplan noch eine kontinuierliche Betreuung.

Aber es lassen sich durchaus neue Mitgliedschaften generieren, wie Unternehmer Pickl erzählt: „Ich habe mit einem Wellpass-Kunden darüber gesprochen, dass es doch für den Sohn gut wäre, bei uns zu trainieren, und habe für den Sohn einen Gutschein mitgegeben. Der kam und wurde Mitglied. Inzwischen kommt auch seine ältere Schwester, die ebenfalls eine Mitgliedschaft abgeschlossen hat, die wiederum eine Freundin mitgebracht hat. Aus einem Kontakt wurden also drei neue Kunden, die mittlerweile feste Bestandsmitglieder sind.“

Nachteil: No come – no money

Den Nachteil von Wellpass und Co. sieht Georg Pickl in der fehlenden Kundenbindung, die den beiden Geschäftsführern doch so sehr am Herzen liegt. Denn die Wellpass-Aktiven können bei allen gelisteten Partnern ortsunabhängig trainieren, im Sommer andere Aktivitäten wahrnehmen als im Winter – alles über eine App.

Das Studio selbst erhält nur für die eingeloggte Trainingseinheit in ihrer Einrichtung eine Rückvergütung. No come – no money. Die Planungssicherheit wie bei einer Mitgliedschaft ist von daher auch nicht gegeben, wie Manager Pickl erläutert und zieht leicht lakonisch das Fazit: „Aus Verbrauchersicht eine tolle Sache, für den Betreiber ist es ein zweischneidiges Schwert.“ Denn auch die Zusatzpakete für eine zusätzliche kontinuierliche Trainingsbetreuung kommen bei diesen Kunden nicht an. „Von Zeit zu Zeit kauft einer mal das Starterpaket für 59,– bis 149,– Euro hinzu, aber das ist auch alles“, sagt Geschäftsführer Pickl. „Weitere Trainingspläne für 59 Euro wählen die wenigsten von ihnen, da sie auch öfter die Studios wechseln.“

Wie gesagt, diese Wechselkundschaft liegt jedoch auch nicht im Fokus des V-itness. Die persönliche Kundenbindung steht im Vordergrund. Georg Pickl legt Wert darauf, jeden einzelnen, der zur Tür hereinkommt, mit Vornamen begrüßen und verabschieden zu können. Er will mit seinen Kunden Gemeinschaft leben. Hier im Ort vor der Stadtgrenze zu München, „wo man auch nur wieder eine Nummer ist, beim Discounter wie beim Hochpreisanbieter“, so Pickl, funktioniert das.

Die Vielfalt machts

Mit der Vielfalt des Angebots kann V-itness auch jedem etwas bieten: Neben einem Spinningraum mit ca. 40 qm im 1. OG und dem klassischen Trainingsbereich in einer Größe von ca. 600 qm für Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit im Erdgeschoss verfügt die Einrichtung über eine finnische Sauna, ein Dampfbad und einen Ruheraum. „Das ist vielen zum Relaxen sehr wichtig“, sagt der 38-Jährige. Das Kursprogramm zielt mehr auf die weibliche Kundschaft ab, die mit 55 Prozent überwiegt. Es wird unter anderem Yoga, Zumba, Jazz Dance, Wirbelsäulengymnastik, Rehasport angeboten.

Zudem gibt es – barrierefrei zu erreichen – eine eigene Physiotherapie, die ins Studio integriert wurde. Es stehen zwei Behandlungskabinen auf 50 qm zur Verfügung. Einen Termin findet man hier allerdings nicht ad hoc, denn die Therapeutinnen sind lange im Voraus ausgebucht.

Georg Pickl fasst das wie folgt zusammen: „Wir erachten in einem Fitness-Studio, wie wir es betreiben wollen, nicht nur Kraft- und Cardiotraining, sondern auch Beweglichkeit, Entspannungstechniken wie Qigong und Zeit zum Relaxen als sinnvoll. Das alles funktioniert aber nur, wenn wir durch gezielte Eingangstests und einer ausführlichen Anamnese unsere Mitglieder dort abholen, wo sie sich aktuell befinden. Hierzu verwenden wir modernstes Equipment wie beispielsweise die Bioelektrische Impedanzanalyse, einer optischen Vermessung der Beweglichkeit mit Kameras sowie Krafttests über elektronische Kraftgeräte. Wenn wir also unser Gesamtangebot mit einer qualifizierten Trainerleistung und einer angenehmen Atmosphäre kombinieren, erreichen unsere Mitglieder eher ihre Ziele und bleiben uns länger erhalten. Und das funktioniert, wie die steigenden Mitgliederzahlen zeigen.“

Reinhild Karasek


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